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Museumswelt
Wichtige Daten zur Geschichte Kölns
Hier findest Du einen kleinen Überblick über wichtigste Ereignisse der Stadtgeschichte.
Die Zeugnisse der Stadtgeschichte seit dem Mittelalter kannst Du dir im Kölnischen
Stadtmuseum ansehen. Die Frühzeit Kölns, von der Frühgeschichte über die Römerzeit
bis zur fränkischen Epoche findest Du im Römisch-Germanischen Museum
(www.museenkoeln.de/roemisch-germanisches-museum/default.asp).
Die Zeit des Nationalsozialismus, also die Jahre 1933–1945, wird im
NS-Dokumentationszentrum (www.ns-dok.de) gezeigt.
Falls Du noch Fragen hast, kannst Du uns auch gerne schreiben.
38 v. Chr.
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Unter dem römischen Feldherrn und Statthalter Agrippa (64/63–12 v.), Verbündeter und Schwiegersohn des Kaisers Augustus, begann die Ansiedlung der germanischen Ubier auf dem Gebiet der späteren Stadt Köln. Sie gründeten hier das „oppidum ubiorum“ als Hauptort ihres Stammes.
15 oder 16 n.
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Agrippina (die jüngere) wird als Tochter des römischen Statthalters Germanicus, einem Adoptivsohn des Kaisers Tiberius, und dessen Ehefrau Agrippina in Köln geboren. Später bewegte sie ihren zweiten Ehemann Kaiser Claudius, ihren Geburtsort zur römischen Kolonie zu erheben. Fortan hieß er: Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ – CCAA -, alle seine Bürger, Ubier wie hier angesiedelte römische Veteranen – also ehemalige Soldaten – waren nun römische Bürger. Im Jahr 85 wurde der Ort Hauptstadt der Provinz Niedergermanien.
66 – 69 n.
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Zum Schutz der neuen Kolonie wurde eine mächtige Mauer errichtet mit neun Stadttoren und neunzehn Wachtürmen sowie einem tiefen, vorgelagerten Graben. Die Mauer war 7,80 Meter hoch, 2,40 Meter stark und etwa vier Kilometer lang. Reste habe sich bis heute erhalten, z B der Römerturm am Ende der Zeughausstraße oder ein Stück Mauer am Zeughaus, dessen südliches Fundament auf dem der Mauer ruht. Auch in alten Straßennamen wie Burgmauer oder Alte Mauer am Bach findet man Erinnerungen an die römische Mauer.
321
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In dem Erlass Kaiser Konstantins, in dem dieser den Stadtrat der CCAA ermächtigt, auch Juden in seine Reihen, die „curia“, zu berufen, wird erstmals eine jüdische Gemeinde auf deutschem Boden erwähnt. Die Mitarbeit im Stadtrat war nicht nur ehrenvoll – sie war vor allem kostspielig, weil die Stadtratsmitglieder die Kosten aus eigenen Mitteln aufbringen mussten.
Um 450
Auch Köln wurde von den Franken, einem germanischen Volksstamm, erobert. Die Stadt wurde später Hauptstadt eines Teilreiches unter Gaukönig Sigibert, einem Verwandten von König Chlodwig, unter dem die heidnischen Franken zum Christentum übertraten.
870
Um das Jahr 800 hatte Kaiser Karl der Große Köln zum Sitz eines Erzbischofs, dem fast ganz Norddeutschland unterstand, erhoben.
Im Jahr 870 wurde der „Alten Dom“ (www.koelner-dom.de) geweiht
Mitte des 10.Jahrhunderts
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Der Bereich des mittlerweile verlandeten römischen Hafens (Bereich Alter- und Heumarkt), in dem sich Kaufleute und andere Gewerbezweige, die auf die Nähe zum Rhein angewiesen waren, angesiedelt hatten, wurde in den Schutz der Mauer mit einbezogen.
1074
Zu Ostern weilte der Münsteraner Kollege des Kölner Erzbischofs in der Stadt und um ihm die Rückkehr zu erleichtern, ließ Anno ein beladenes Kauffahrtsschiff beschlagnahmen. Das Verhältnis zwischen Erzbischof und den führenden Schichten der Stadt war ohnehin angespannt, man war oft uneinig, welche Politik für die Stadt die bessere sei, und so spitzte sich die Lage zu. Die Bischöfe flohen aus der Stadt (der Anno-Tunnel in der Domtiefgarage ist noch zu sehen), in Neuss sammelte Anno ein Heer, marschierte nach Köln, die Stadt lieferte sich kampflos der Gnade ihres Stadtherrn aus. Dieser ließ die Aufrührer, die nicht rechtzeitig hatten fliehen können, bestrafen, ihre Anführer wurden geblendet, ihr Vermögen eingezogen.
1096
Um das Heilige Land aus der Hand der Moslems, der „Ungläubigen“, zu befreien, machten sich überall in Europa viele Menschen auf, in den Nahen Osten zu ziehen – sie nannte sich „Kreuzfahrer“. Auf ihrem Weg in den Orient fielen den Kreuzfahrerhorden aber zuerst die jüdischen Mitbürger am Rhein – neben Köln auch in Mainz und Worms – zum Opfer. In Köln steckten sie das jüdische Viertel in Brand. Mindestens 150 Menschen fielen den Fanatikern in Köln selbst zum Opfer und noch viel mehr in den umliegenden Orten, in denen der Erzbischof ihnen eigentlich Schutz garantiert hatte.
1106
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Die Stadt Köln hatte Kaiser Heinrich IV. bei seinem Kampf gegen den Kölner Erzbischof unterstützt und durfte dabei ihre Befestigungen verstärken. Sie erweiterte nun ihr befestigtes Gebiet um Niederich im Norden (Gebiet bis St. Kunibert), Oversburg, Airsbach bzw. Overich im Süden (bis südlich von St. Georg) und das Gebiet um St. Aposteln im Westen und befestigte die neuen Stadtteile mit Wall und Graben. Köln hatte nun etwa 20.000 Einwohner.
1135
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Erstmals wird ein „Haus der Bürger, ein Rathaus, erwähnt. Es lag im Judenviertel und war damit dem Machtbereich des Erzbischofs und Stadtherrn weitgehend entzogen
1164
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Erzbischof Rainald von Dassel, wie seine Vorgänger auch Erzkanzler des Reiches für Italien, das damals dem Deutschen Kaiser unterstand, hatte von Kaiser Friedrich Barbarossa als Dank für seine Unterstützung bei der Niederwerfung der rebellischen italienischen Städte die (angeblichen) Gebeine des Heiligen Drei Könige erhalten. Diese Reliquien waren zuvor in Mailand aufbewahrt worden. Er schenkte sie seiner Bischofskirche. Fünfzig Jahre später fertigt Nikolaus von Verdun einen kostbaren Schrein an, worin die Gebeine bis heute aufbewahrt werden. In der Folgezeit machten sie Köln zu einem wichtigen Pilgerort.
1180
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Die Kölner umgaben ihre Stadt mit einer starken Mauer und erweiterten mit dieser dritten Stadterweiterung das Stadtgebiet mit Zustimmung des Kaisers, aber ohne die des Erzbischofs Philipp von Heinsberg. Dieser stimmte erst später gegen Zahlung eines beträchtlichen Geldbetrages zu.
Die Mauer hatte 700 Jahre Bestand und wurde nie bezwungen. 1881 wurde sie dann den Bedürfnissen der neuen Zeit geopfert. Reste finden sich noch heute: Bayenturm, Bottmühle, Severinstor, Ulrepforte, Mauer am Sachsenring, Hahnentor, Mauer am Hansaring, Eigelsteintor und Weckschnapp zeugen von der einst mächtigen Befestigungsanlage.
1248
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Die Dreikönigsreliquien erwiesen sich als Publikumsmagnet. Sie zogen so viele Menschen an, dass der Alte Dom zu klein geworden war. Kurz nachdem man den Neubau beschlossen hatte, fiel die alte Kirche einem Brand zum Opfer. Am 15. August 1248 legte Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den neuen Dom, der im modischen Stil der Gotik errichtet werden sollte (www.koelner-dom.de).
1258
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Seit geraumer Zeit stritten Erzbischof und Bürger um die Macht in der Stadt. Durch Vermittlung des von beiden Seiten geschätzten, gelehrten Dominikanermönchs Albertus Magnus kam es zum „Großen Schied“, in dem der Erzbischof Konrad die Selbstverwaltungsrechte der Bürger zu achten versprach.
1259
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Am 7. Mai 1259 hatte der Kölner Erzbischof und Stadtherr Konrad von Hochstaden seiner Stadt das Stapelrecht verliehen – das hieß, dass jeder fremde Kaufmann in Köln Halt machen und seine Waren den Kölner Händlern anbieten musste. So konnten die Kölner sich die besten Waren heraussuchen. Zudem musste auf die Waren Steuer, Akzise, gezahlt werden.
1268
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Innerhalb der Bürgerschaft herrschte Streit. Den machte sich der Erzbischof zunutze und verbündete sich mit der Partei der „Weisen“, um die Macht über die Stadt zurück zu bekommen. In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober, die Nacht der „heiligen Mohren“, versuchten die Männer des Erzbischofs, an der Ulrepforte in die Stadt einzudringen. Unter der Führung der Familie Overstolz konnten die Kölner die Eindringlinge in einer blutigen Schlacht zurückschlagen. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde 100 Jahre später ein Relief an dieser Stelle in die Mauer eingelassen.

Bei den Wirren war auch der Stempel des Stadtsiegels abhanden gekommen, so dass die Stadt ein neues Siegel anfertigen ließ. Dieses war nun das einzig gültige und blieb 500 Jahre in Gebrauch und findet sich an allen wichtigen städtischen Urkunden.

1288
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Der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg und Jan Herzog von Brabant stritten darum, wer im Nordwesten Europas der mächtigste Herr sein sollte. Die Kölner nutzten ihre Chance und schlossen sich dem Herzog an. Am 5. Juni 1288 kam es bei Worringen nördlich von Köln zur großen Entscheidungsschlacht. Siegfried und seine Verbündeten unterlagen, der Erzbischof wurde gefangen genommen. Von nun an war Köln eine freie Stadt, die praktisch nur noch den Kaiser über sich hatte.
Übrigens – vor Worringen kämpften Kölner, bergische Bauern und spätere Düsseldorfer auf der selben Seite!
1349
1349 wütete auch in Köln, wie seit 1346 in ganz Europa, die Pest. Viele Menschen erlagen dieser Krankheit, über deren Ursachen, den Pestbazillus, die mittelalterlichen Menschen nichts wussten. Schnell hatte man die ‘Schuldigen’ ausgemacht: Das Gerücht kam auf, die Juden hätten die Brunnen vergiftet. Dass auch die jüdische Bevölkerung der Pest zum Opfer fiel, interessierte ihre christlichen Mitmenschen nicht. In der Nacht des 23. August 1349 stürmte der kölsche Mob das Ghetto, wo die jüdische Gemeinde abgeschlossen wohnte. Das Viertel ging in Flammen auf und der größte Teil der jüdischen Gemeinde fand den Tod. Viele töteten sich selbst, um einer erzwungenen Taufe zu entgehen. Die Überlebenden wurden aus der Stadt vertrieben. Wenig später ließen sich wieder Juden in Köln nieder, aber sie waren nur vorübergehend geduldet. 1424 verweigerte ihnen die Stadt die Verlängerung ihres Aufenthaltsrechts. Erst 370 Jahre später durften Menschen jüdischen Glaubens sich wieder auf Kölner Stadtgebiet ansiedeln.
1388
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1388 bestätigte Papst Urban VI. die Gründung einer Universität in Köln. Dies war wichtig, da an den mittelalterlichen Universitäten auch der Priesternachwuchs ausgebildet wurde. Es war die erste, die von Bürgern errichtet wurde (und nicht von einem Fürsten) und ist eine der ältesten Deutschlands. Sie wurde 1798 in französischer Zeit geschlossen und konnte erst 1919 wieder begründet werden.
1396
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Im Juni 1396 gelang des verbündeten Zünften, die sich in Köln „Ämter“ nannten, die Geschlechterherrschaft zu stürzen. Die Kaufleute und Handwerker hatten sich in Verbänden, den „Gaffeln“ organisiert und gaben sich eine neue Verfassung, den Verbundbrief, der am 14. September 1396 feierlich unterzeichnet und besiegelt wurde. Er trägt die Siegel der 22 beteiligten Gaffel und das große Stadtsiegel. Jede Gaffel erhielt ein eigenes Exemplar. Die Gaffelgesellschaften verbanden sich untereinander und beschlossen, einem von ihnen gewählten Rat zu gehorchen. Dem Rat vor standen jeweils zwei Bürgermeister, die der Rat für jeweils ein Jahr wählte.
Der Verbundbrief blieb bis 1797 in Kraft.
1404 - 1414
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Als Symbol der frisch errungenen Macht ließen die Handwerker und Kaufleute den Turm am Rathaus, den Ratsturm, errichten. Er stand von nun an gleichberechtigt neben den vielen Kirchtürmen im Panorama der Stadt.
1475
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Köln erhielt von Kaiser Friedrich III. das Reichsstadt-Privileg. Die Stadt durfte sich „Freie Reichsstadt“ nennen, d. h. sie unterstand nun, 200 Jahre nach dem Sieg bei Worringen, auch offiziell nur noch dem Kaiser. Zuvor hatte Köln den Kaiser bei seinem Streit mit Karl dem Kühnen von Burgund und dem mit diesem verbündeten Kölner Erzbischof Ruprecht unterstützt. Diese Hilfe hatte Stadt und Bürger eine enorme Summe Geld gekostet.
1520
Drei Jahre, nachdem Martin Luther an der Schlosskirche von Wittenberg seine 95 Thesen angeschlagen hatte, wurden seine Schriften in Köln auf dem Domhof verbrannt. Die Stadt und das Erzbistum stellten sich eindeutig gegen die Reformation. Etwa um diese Zeit wurde aber auch der Dombau eingestellt. Neun Jahre später wurden die beiden evangelischen Prediger Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden als Ketzer zum Tode verurteilt und auf Melaten verbrannt.
Der damals regierende Erzbischof Hermann von Wied näherte sich später selbst der Reformation an und musste 1546 sein Amt aufgeben.
1583 - 1589
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Im Kölner oder Truchsessischen Krieg kämpften der 1582 zum evangelischen Glauben übergetretene Kölner Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg auf der einen Seite, Papst, Kaiser, Stadt Köln und das mächtige Kölner Domkapitel – das waren geistliche Herren, die wichtige Aufgaben am Dom und im Bistum ausübten – auf der anderen Seite um die Macht im Erzbistum. Gebhard hatte 1583 geheiratet, was er als katholischer Bischof nicht hätte tun dürfen, und wollte das Erzstift als weltliches Fürstentum regieren. Damit konnten weder Stadt noch die mächtige Geistlichkeit einverstanden sein und auch der Kaiser fürchtete, dass die Protestanten im Reich die Mehrheit erringen könnten. Schließlich wurde Gebhard besiegt. Neuer Kölner Erzbischof wurde Ernst von Bayern. Die nächsten 200 Jahre übten immer die jüngeren Söhne des bayerischen Kurfürsten dieses Amt aus.
1596 - 1602
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Das Zeughaus, in dem sich heute das Kölnische Stadtmuseum befindet, wurde um 1600 von der Stadt Köln errichtet. Dort wurden die Waffen der Stadt aufbewahrt. Weil unten die schweren Kanonen standen, ist das Haus so gut wie nicht unterkellert. Seine nördliche Mauer ruht auf der Basis der römischen Stadtmauer, das übrige Haus steht praktisch im römischen Stadtgraben. Man merkt es noch heute am Höhenunterschied zwischen Zeughausstraße bzw. Komödienstraße und der Burgmauer.
1618 - 1648
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Köln, obwohl weiterhin streng katholisch, blieb während des 30-Jährigen Krieges neutral und trieb mit allen beteiligten Parteien Handel. Lediglich 1632, als die schwedischen Truppen in Deutz standen, war die Stadt ernsthaft bedroht. Diese wusste sich aber auch mit militärischen Mitteln zu wehren und so zogen die Schweden Ende des Jahres wieder ab. Bei der Auseinandersetzung über den Rhein hinweg war die Deutzer Kirche St. Urban, in der die Schweden wohl ihre Pulvervorräte gelagert hatten, explodiert. Dabei kamen viele Menschen ums Leben. Unterdessen war aber auch die starke Mauer den neuen militärischen Erfordernissen – beim Bau 1180 hatte es z. B. noch keine Kanonen gegeben – angepasst worden.
1639
Die Ursulinen eröffneten in Köln eine Schule für die höhere Mädchenbildung und -erziehung mit angeschlossenem Pensionat. Bis dahin gab es nur Pfarr- und Privatschulen für den Elementarunterricht. Bildungshungrigen Mädchen blieb nur Privatunterricht, Universitäten waren ihnen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland gänzlich verschlossen.
1676 bezogen die Ursulinen das neue Kloster in der Machabäerstraße, wo sich noch heute Realschule und Gymnasium der Ursulinen befinden.

1659
In Köln wurde das „Tabak trinken“, also das Rauchen, verboten. Seit etwa 50 Jahren war das Rauchen in Mode gekommen. Das Verbot wurde aber nicht beachtet. 100 Jahre später gründeten Heinrich Joseph DuMont und François Foveaux erfolgreiche Tabakfabriken. Im 18. Jahrhundert gab es in Köln 80 bis 100 Tabakfabriken. Es war ein wichtiger Gewerbezweig, der nicht der mittelalterlichen Zunftordnung unterlag.

1680 - 1686
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Die Kölner Verfassung war 300 Jahr früher geschaffen worden, um Miss- und Vetternwirtschaft zu beenden. Aber immer wieder siegte der Kölner Klüngel („Man kennt sich, man hilft sich“) und dies nicht selten zum Nachteil der ganzen Bürgerschaft. 1680 beschwerte sich der Kaufmann Nikolaus Gülich über üble Praktiken der städtischen Herren. Im Laufe der nächsten Jahre wurden Rat und Bürgermeister aus dem Amt gedrängt und, soweit sie nicht rechtzeitig fliehen konnten, verhaftet, der städtische Syndikus, also der Rechtsberater, Gereon Hesselmann gar wegen Hochverrats hingerichtet. Aber schon bald machte man Gülich und seinen Mitstreitern die gleichen Vorwürfe wie ihren Vorgängern. Diese wiederum hatten sich Unterstützung beim Kaiser, dem obersten Herrn der Stadt, geholt. Im August 1685 wurden die Aufrührer, wie man sie nannte, verhaftet und Anfang 1686 wurden Gülich und zwei weitere Männer zum Tode verurteilt und auf der Mülheimer Heide enthauptet. Gülichs Haus wurde niedergerissen und an seiner Stelle eine Schandsäule mit einem Kopf mit Gülichs Gesichtszügen errichtet. Sie sollte auf Ewigkeit dort stehen. Erst 100 Jahre später, in französischer Zeit, wurde sie abgebrochen und Gülich als Freiheitskämpfer gefeiert. Heute befindet sich dort, gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum, der Gülichsplatz mit dem Fastnachtsbrunnen.
1709
Die Firma Johann Maria Farina nahm ihre Geschäftstätigkeit auf. Ihr bedeutendstes Produkt ist ein Duftwasser, das sie Kölnisch Wasser oder in der damaligen Modesprache Französisch „Eau de Cologne“ nannten. Es wird noch heute hergestellt und kann im Geschäft gegenüber dem Gülichsplatz gekauft werden.
1794
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Im Juli 1789 hatte die Französische Revolution begonnen. Das Volk hatte gegen seine Ausbeutung revoltiert. Seit 1791 war Frankreich eine Republik, die auf dem Prinzip der „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ beruhte. 1793 wurden König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette hingerichtet. Die europäischen Herrscher sahen ihre eigene Macht gefährdet und verbündeten sich gegen die junge Republik. Dieser gelang es aber nicht nur, sich zu behaupten, sondern mit ihren Truppen, die sich aus Staatsbürgern und nicht aus fremden Söldenern zusammensetzten, erfolgreich weitere Gebiete zu erobern. So standen sie im Oktober 1794 auch vor Köln. An eine Verteidigung war nicht zu denken, es gab keine Truppen in der Stadt und die Mauern waren zwar ehrwürdig, aber militärisch nutzlos. Darum übergaben die Stadtoberen die Stadt kampflos. In der Folgezeit wurden die alten Strukturen aufgehoben – auch in Köln galten nun die allgemeinen Menschenrechte, es gab keine Nachteile mehr für Menschen, die nicht katholisch waren. Die Gewerbefreiheit wurde eingeführt, die Zünfte verloren ihre Macht. Sie hatten zuletzt jede Neuerung bekämpft, so dass die Stadt sich nicht mehr entwickeln konnte. Zugleich endete aber auch Kölns Zeit als freie Reichsstadt. 1797 kam die Stadt zu Frankreich und blieb bis 1814 eine französische Stadt.
1804, 1811
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1804 ließ sich der Erste Konsul Napoleon Bonaparte zum Kaiser der Franzosen wählen. Anschließend bereiste er mit Kaiserin Josephine das Rheinland. Auch in Köln wurde er begeistert gefeiert. 1811 kehrte er mit seiner zweiten Frau Kaiserin Marie-Louise noch einmal zurück. Auch dieses Mal freuten sich die Kölner, dass er ihre Stadt besuchte.
1813
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Professor Ferdinand Franz Wallraf, der berühmte Kölner Kunstsammler, hatte den Auftrag erhalten, die alten Straßennamen ins Französische zu übersetzen, denn da Köln zu Frankreich gehörte, war Französisch natürlich auch Amtssprache. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch die Aufteilung der geraden Hausnummern auf der (von Süden aus gesehen) rechten und der ungeraden auf der linken Straßenseite. In Köln beginnt seitdem die Zählung immer vom Rhein weg bzw. von Süden nach Norden.
1815
Nach der Niederlage Napoleons trafen sich die europäischen Mächte in Wien zu einem Kongress, um über die Neugestaltung Europas zu verhandeln. Auf diesem Wiener Kongress wurde auch beschlossen, dass Köln wie das gesamte Rheinland zu Preußen kommen sollte. Damit waren die Kölner überhaupt nicht einverstanden, sie hatten gehofft, ihre alte Freiheit wiederzuerlangen. Als Entgegenkommen versprach der preußische König eine Verfassung, die aber nicht kam, und dass die Rheinländer das französische Rechtssystem, das viel moderner als das preußische war, behalten durften. Vieles von diesem Recht lebte später auch im deutschen Recht weiter.
1822
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Köln und Deutz waren erstmals seit der Römerzeit wieder mit einer Brücke verbunden. Es handelte sich um eine Schiffbrücke, die aus schwimmenden Einzelteilen –Pontons – bestand und die immer wieder auseinander gefahren werden musste, um Schiffe durchzulassen.
1839
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Im August fuhr erstmals eine Eisenbahn vom Thürmchenswall nach Müngersdorf. Damit verfügte Köln über eine der frühesten Eisenbahnstrecken Deutschlands (1825 war in England die erste Eisenbahn überhaupt gefahren. Die erste deutsche Strecke ging 1835 von Nürnberg nach Fürth). Sie war Teil des Eisernen Rheins, der Köln mit dem Hafen von Antwerpen verbinden würde.
1842
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Seitdem man in französischer Zeit Pläne für die Domtürme wiedergefunden hatte, engagierten sich viele Menschen dafür, den seit über 300 Jahren unfertigen Dom endlich zu vollenden. Erst durch das Engagement des (protestantischen) preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV: gelang es schließlich, genügend Geld dafür zusammen zu bekommen: Die Vollendung des Kölner Doms wurde zur nationalen Aufgabe. Im September 1842 legte Friedrich Wilhelm IV. feierlich den Grundstein für den Weiterbau.
1848
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Die soziale Lage hatte sich in den letzten Jahren verschlechtert. Hinzu kam, dass immer mehr Menschen sich größere Freiheit wünschten wie z. B. Pressefreiheit, also Zeitungen, die schreiben konnten, was sie wollten, egal, ob es dem Staat gefiel. Auch war der Ruf nach mehr Demokratie immer stärker geworden. Und dies nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Zuerst gingen die Pariser auf die Straße, bald folgten die Kölner und dann kam es auch in der größten deutschen Stadt Berlin zu Unruhen. In Frankfurt, der alten Hauptstadt Deutschlands, trat eine gewählte, Verfassung gebende Nationalversammlung zusammen. Eines ihrer wichtigsten Ziele war es, das in viele Kleinstaaten zersplitterte Deutschland zu einigen. Nach langen Auseinandersetzungen entschied sich die Mehrheit für eine konstitutionelle Monarchie, also ein König- bzw. Kaisertum, in dem der Herrscher durch eine Verfassung gebunden war, aber der preußische König, dem man die Volkskrone antrug, lehnte ab – er wollte nicht ein Herrscher von Volkes Gnaden sein. Bald schlugen die Fürsten zurück und der Versuch, ein einiges und demokratisches Deutschland zu schaffen, scheiterte.
Köln gehörte damals zu den führenden Städten der Revolution, viele bekannte Revolutionäre wirkten hier, darunter Karl Marx, Moses Hess und Mathilde Franziska Anneke. Nach der Niederlage der Revolution mussten sie in liberalere Staaten wie England, Belgien, die Schweiz oder die USA fliehen.
1859
Mit Einweihung der ersten festen Rhein-Bücke seit 1500 Jahren konnte endlich eine durchgehende Eisenbahnverbindung zwischen dem westlichen Rheinland und dem übrigen Preußen, vor allem aber dem aufstrebenden Industrie-Revier an der Ruhr geschaffen werden. Das mühselige Umsteigen und vor allem Umladen entfiel endlich.
1876
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Nicolaus August Otto erfand in (Köln-) Deutz den Viertakt-Verbrennungsmotor (de.wikipedia.org/wiki/Viertaktmotor), den „Otto-Motor“, mit dem noch heute die meisten Autos angetrieben werden.
1879
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Erstmals gab es in Köln eine Straßenbahn. Sie wurde noch von Pferden gezogen. 1903 gingen die letzten Straßenbahnpferde in Pension – die KVB war nun voll elektrifiziert.
1880
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Nach 600 Jahren konnte endlich der Dom vollendet werden. Die Vollendung wurde mit einem großen Fest in Anwesenheit der kaiserlichen Familie gefeiert.
1881 - 1883
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700 Jahre lang hatte die Stadtmauer Köln beschützt, aber im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung so stark angewachsen, dass es nicht mehr genug Platz im engen Mauergürtel gab. Die Stadt konnte aber nicht wachsen, weil das Gelände vor den Mauern vom Militär beansprucht wurde. So wichen neue Fabriken und Einwohner ins Umland aus, neue Vororte wie Bayenthal und Ehrenfeld entstanden. Nach langen Verhandlungen erreichte es die Stadt Köln dann doch noch, das Gelände vor den Mauern dem Staat abzukaufen. Mit dem Beginn der Niederlegung der Stadtmauer im Juni 1881 konnte mit dem Bau der Neustadt begonnen werden.
1888 und 1910
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Zuerst hatte Köln das Gelände vor seinen Mauern gewonnen, nun wollte man auch die „ausgewanderte“ Industrie zurückholen. 1888 kam es zur ersten großen Stadterweiterung der Neuzeit – der ganze Industriegürtel von Nippes bis Bayenthal kam hinzu – und mit der Eingemeindung von Deutz und Poll breitete sich Köln erstmals auch auf der rechten Rheinseite aus. Nachdem die Deutzer Umwallung militärisch nicht mehr gebraucht wurde, waren Deutz, Kalk und Vingst ineinander gewachsen. Darum war es sinnvoll, auch diese Gebiete 1910 einzugemeinden. Köln war nun mit 512.000 Einwohnern die (nach Berlin) zweitgrößte Stadt Preußens.
1892
1892 konnte die Stadt endlich ihr Elektrizitätswerk am Zugweg in Betrieb nehmen. Nun stand der Elektrifizierung der Stadt auf ihrem Weg in die Zukunft nichts mehr im Wege.
1914
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Von besonderer Bedeutung war die letzte Eingemeindung vor dem Krieg: das ehemals bergische Mülheim, das der alten Reichsstadt immer ein Dorn im Auge gewesen war. Und als sowohl Köln als auch Mülheim/Rhein die Gemeinde Merheim eingemeinden wollten, um neues Gebiet zur Ansiedlung neuer Industrien und Wohnbauten zu gewinnen, war klar, dass man sich zusammentun musste. Köln hatte nun 635.747 Einwohner.
1914 - 1918
Köln war während des Ersten Weltkrieges eine der wenigen deutschen Städte, die von Bomben getroffen wurden. Hier kam man schon früher als im Inneren Deutschlands aber auch die Probleme bei der Lebensmittelversorgung zu spüren und musste auf Ersatzprodukte ausweichen wie Süßstoff statt Zucker. Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte sogar ein spezielles Brot erfunden, das sog. Adenauerbrot.
1917 - 1933
Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg wurde im Vertrag von Versailles festgelegt, dass im ganzen Rheinland kein deutsches Militär mehr stationiert sein durfte - längs des Rheins wurde eine entmilitarisierte Zone eingerichtet. Damit wurden nicht nur die Kasernen überflüssig, sondern auch die Wehranlagen und Forts vor den Städten. In Köln nutzte Oberbürgermeister Adenauer, der sein Amt 1917 angetreten hatte, die Chance, aus dem ehemaligen preußischen Festungsring um die Stadt herum eine riesige Grünanlage, den heutigen Grüngürtel, anlegen zu lassen. Diese war nicht nur nützlich als „grüne Lunge“, also zum Säubern der Luft, sondern auch ein wichtiges Naherholungsgebiet der Kölner Bevölkerung. Inmitten dieser Anlage wurde ein großes Sportstätten-Ensemble angelegt, das Müngersdorfer Stadion. In die Amtszeit Adenauers fielen auch die Errichtung der Kölner Messe in Deutz und der Bau der Mülheimer Brücke.
1922
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Die Entmilitarisierung machte für Köln auch den Weg nach Norden frei, wo zuvor ein militärischer Sperrgebiet gewesen war. Von Riehl bis Worringen war nun alles kölsch.
1924
Am Hansaring wurde das Hansa-Hochhaus errichtet. Es war damals das höchste Haus Europas!
1930
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1930 wurde in Riehl der Grundstein für die deutsche Niederlassung der Ford-Werke gelegt. Heute sind die Werke der größte Arbeitgeber Kölns.
1932
Als erste „Nur-Kraftwagenstraße“ wurde die Strecke Köln – Bonn (heute A 555) dem Verkehr übergeben.
1932
Auch in Köln eroberten die Nationalsozialisten die Macht, Konrad Adenauer wurde als Oberbürgermeister entlassen und durch Oberbürgermeister Riesen, ein Mitglied der NSDAP, ersetzt. Nun wurde auch in Köln die menschenverachtende nationalsozialistische Politik umgesetzt. So wurde am 1. April bereits zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen. In der folgenden Zeit verschärfte sich die Verfolgung von Juden und Andersdenkenden.
1938
In der Nacht vom 9. November brannten auch in Köln jüdische Geschäfte und Synagogen. Es war aber keineswegs eine spontane Aktion, sondern von den Nationalsozialisten seit langem vorbereitet.
1939 - 1945
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Mit dem Einmarsch der Amerikaner war für das linksrheinische Köln der Bombenkrieg am 6. März zu Ende, rechtsrheinisch dauerte er noch bis 21. April.
1945 stand Köln vor einer erschütternden Bilanz der NS-Zeit: 11.000 Kölner Juden waren ermordet worden, 800–900 Menschen der Gestapo (Geheime Staatspolizei) zum Opfer gefallen und 20.000 Kriegsopfer waren zu beklagen.
Köln erlebte 262 Luftangriffe, danach waren alle Brücken und 90 Prozent der Altstadt zerstört. Linksrheinisch lebten noch 40.000, rechtsrheinisch 62.000 Menschen in den Trümmern.
1946
In der Zeit nach Kriegsende litt die Bevölkerung unter einem Mangel an allem: keine Lebensmittel, keine Kleidung – und kein Brennmaterial, und das im strengsten Winter seit Jahren. In seiner Silvesterpredigt ‚erlaubte’ Kardinal Frings den Menschen das Stehlen zur Behebung elementarster Not (also z. B. den „Klüttenklau“ von Kohlezügen der Besatzungsmächte). Von nun an nannten die Kölner diese Art des Diebstahls „Fringsen“.
1948
Im Juni gab es eine Währungsreform: Satt der wertlos gewordenen Reichsmark galt nun die Deutsche Mark.
Im August gab es eine Festwoche mit einer großen Schreinsprozession anlässlich der 700. Wiederkehr der Grundsteinlegung des Kölner Doms. Für das immer noch zerstörte Köln war dieses Fest ein wichtiges Signal für den Wiederaufbau.
1949
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Erster Kanzler der neuen Bundesrepublik Deutschland wurde Konrad Adenauer, der Bonn als Bundeshauptstadt durchsetzte.
1959
Die wieder aufgebaute Synagoge wurde ebenso feierlich eingeweiht wie die erste neu geplante Kölner Brücke nach dem Krieg, die Severinsbrücke.
1962
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Um dem zunehmenden Autoverkehr freie Fahrt zu geben, wurde die Nord-Süd-Fahrt durch die Kölner Innenstadt angelegt.
1963 - 1968
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Der dichter werdende oberirdische Verkehr ließ den Wunsch nach einer U-Bahn, wie man sie aus anderen Großstädten kannte, aufkommen. 1963 wurde mit dem Bau begonnen, 1968 fuhr die erste Bahn der Linie 5.
1964
1. FC Köln wurde Deutscher Meister der neuen Fußballbundesliga.
1965 - 1967
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Da der Autoverkehr immer dichter wurde, benötigte man nun auch spezielle Straßen für Fußgänger – die Fußgängerzone war geboren. Zuerst in der Schildergasse, die Hohestraße folgte zwei Jahre später.
1975
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Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde auch das Kölner Stadtgebiet erweitert – im Westen kamen Teile hinzu und ganz besonders im Süden zu beiden Seiten des Rheins. Nun war Köln Millionenstadt.
1978
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Der 1. FC Köln holte mit Trainer Hennes Weisweiler und Kapitän Heinz Flohe das Double: Deutscher Meister und Pokalsieger.
Im Endspiel um den DFB-Pokal gewinnt der 1. FC Köln 1983 gegen Fortuna Köln mit 1:0.
1992
Im neuen MediaPark wurde als erstes Gebäude der Cinedom eröffnet. Der KölnTurm war erst 2001 fertig.
2005
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Im Sommer kamen über 1 Million katholische Jugendliche nach Köln, um hier mit dem neuen Papst Benedikt XVI. den Weltjugendtag zu feiern.
2007
In der Kölnarena wurde die deutsche Handball-Nationalmannschaft Weltmeister. Anschließend feierten Tausende am Rathaus weiter.
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